Stammesgroßfahrt 2002


Von den südfranzösischen Zentralpyrenäen über Andorra und Spanien zum Mittelmeerstrand bei Cap-d'-Agde: Eine zweiwöchige Fahrt gewürzt mit ein wenig Geschichte, Spaß und zahlreichen bleibenden Erinnerungen

Text: ChrikiTM, Max

Weil sich bis kurz vor Start der Aktion leider nur fünf Leute (noch dazu nur Ranger / Rover!) gefunden hatten, entschlossen wir uns die Anreise mit einem Miet-Pkw in Angriff zu nehmen. Dies stellte für uns die billigste und auch sicherste Reisemöglichkeit dar. Und sollte sich obendrein auch noch als äußerst praktisch erweisen.

 

Samstag, 20. Juli 2002

Aufbruch

So ging's dann also am Samstag, den 20. Juli 2002 los: Frank holte den Wagen ab und sammelte anschließend uns restliche Fahrtenteilnehmer ein - Niki, Max, Daniel und ChrikiTM.

Jeder, der schon mal zu fünft in einem Auto gefahren ist, weiß wie eng es da zugeht. Bei unserem Toyota Avensis Kombi war dann obendrein noch der Kofferraum bis zur Decke vollgestopft. Also so schön überhaupt kein Platz - und das dann nicht nur von Schmelz nach Dillingen, sondern etwa dreizehn Stunden lang bis Carcassonne in Südfrankreich.

Pause auf einem französischen Rastplatz: Niki, unser Toyota, Daniel, Max, Fuzzy

Bei unserer nahenden Ankunft war es etwa zwei Uhr nachts, und ein Schlafplatz war weit und breit nicht in Sicht. Daher bogen wir von der Schnellstraße ab und machten uns daran am Rande eines kleinen Feldweges die Kohte im Mondschein aufzuschlagen. Trotz nächtlicher Hitze hatte der Schlaf schon bald den ersten Tag unserer Fahrt beendet.

 

Sonntag, 21. Juli 2002

Carcassonne, eine Grotte und Montségur

Gruppenfoto auf Montségur: Daniel, Chriki™, Niki, Frank, Max

Der nächste Morgen führte uns nach Carcassonne in die Stadt hinein. Hier gibt es eine große Festung, in der sich quasi der Stadtkern (vornehmlich bestehend aus Souvenirläden) befindet. Nach einer Runde durch die kleinen Gassen und einem relativ teuren Mittagsmahl setzten wir unsere Reise in Richtung Montségur fort. Dort wollten wir die berühmte Katharerfestung besichtigen. Auf dem Weg dort hin kamen wir an einer großen Grotte vorbei. Wir konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, mindestens einmal in deren Inneres zu steigen - das Wasser war eiskalt!

Die Festung Montségur anschließend war an sich etwas enttäuschend, was aber die tolle Aussicht von dem Berg auf dem sie liegt entschädigte.

Im Auto ging es weiter in Richtung Ax-Les-Thèrmes, vor dessen Stadttoren wir gegen Abend noch ein letztes Mal unsere Kohte im Schatten des Wagens aufbauten.

 

Montag, 22. Juli 2002

Es geht los: Hitziger Aufstieg

Am nächsten Tag war es dann so weit: Endlich ging es "richtig" los: Das Auto wurde geparkt, und wir machten uns auf ins Gebirge. Das stellte sich als gar nicht so leicht heraus, denn die Steigung hinter Ax-Les-Thèrmes im Wald war immens; und von der brütenden Hitze reden wir lieber erst gar nicht... Auf diesem Gewaltmarsch durch Staub und Hitze wurde auch so mancher Salzfleck auf dem einen oder anderen Fahrtenhemd geboren, der uns den Rest des Weges begleitete.

Pause im Schatten bei brütender Hitze und extremer Steigung - hinter Ax-Les-Thèrmes

Am späten Nachmittag schließlich erreichten wir eine nett ausschauende Wiese zwischen Straße und Waldrand. Von dort aus sollte es laut Karte nur noch ein kleines Stück bergauf gehen, ehe wir den Scheitelpunkt unseres gewählten Weges erreichen sollten. So entschlossen wir uns diesen kleinen Rest für den nächsten Tag aufzusparen und für heute erst mal den Rucksack am Boden zu lassen. Zuerst speisten wir ausgiebig und ruhten unsere geschundenen Füße aus, ehe wir die Kohte aufschlugen und uns in die Penntüten warfen.

 

Dienstag, 23. Juli 2002

Sintflut

Auch der nächste Tag ließ sich was die Temperaturen anging nicht lumpen. Nach der kurzen Steigung hinter unserem Lagerplatz ging es netterweise bis kurz nach Mittag mehr oder weniger bergab und dazu meist noch im Schatten von Bäumen.

Etwas spät, aber dennoch besser als weiterzulaufen: Chriki™, Max, Niki beim Aussitzen des Gewitters

Im Anschluß aber hatte uns der Berg wieder, so daß abermals der Schweiß nur so in Strömen floß.

Kurz nachdem wir eine übelriechende, heiße Schwefelquelle am Wegesrand hinter uns gelassen hatten, zog sich der Himmel zu, und schon kurze Zeit später begann es zu regnen. Blöderweise glaubten wir nur an einen Mini-Schauer. Und so kam es dann auch, daß wir uns ein bißchen zu spät dazu entschlossen, das mittlerweile aufgekommene Gewitter besser auszusitzen - unsere Klamotten waren natürlich schon größtenteils naß.

Mißlaunig warteten wir einige Stunden auf das Ende der Sintflut, doch nix da: Bei Dämmerungsbeginn mußten wir im strömenden Regen unser Zelt aufschlagen. Die meisten verkrochen sich danach lieber gleich in die Schlafsäcke.

 

Mittwoch, 24. Juli 2002

Wir besteigen den ersten Bergsattel

Am kommenden Morgen waren von dem großen Regen nur noch unsere nassen Sachen und ein paar Wolken übrig geblieben. So breiteten wir unseren Krempel auf den vielen umherliegenden Felsen zum Trocknen aus. Erst nach Mittag brachen wir wieder auf.

Glücklicherweise war es heute nicht so warm und damit angenehm, den Sattel auf unserem Weg zu erklimmen. Dabei kamen wir an einem sehr idyllisch gelegenen Bergsee mit türkisblauem, klarem Wasser vorbei, der uns förmlich zu einer längeren Pause zwang.

Pause am Bergsee: Niki mit Gitarre

Nach Erreichen des oben erwähnten Sattels blies uns ein sehr starker und kühler Wind um die Ohren. Aber die Aussicht in das Tal des nächsten Tages war dafür wunderschön (siehe Titelfoto). Einige hundert Meter unterhalb schlugen wir auf einer sehr hügeligen Wiese dann schließlich unser Nachtlager auf.

 

Donnerstag, 25. Juli 2002

Langer Tagesmarsch mit Ende im Windkanal

Schon bald nach Aufbruch am darauffolgenden Morgen kamen wir zu einer Berghütte, wo es uns speziell das (scheinbar gelangweilte) Muli angetan hatte. Von der Hütte aus wurde es immer felsiger, und der Weg führte wieder berauf. Es war lange nicht mehr so warm wie noch einige Tage zuvor - wir mußten teilweise sogar Jujas anziehen. Nach den ersten Spekulationen darüber, wie tief das Quecksilber jetzt wohl schon gefallen sei, bestätigte ein Gletscher am Wegesrand unsere schlimmsten Befürchtungen. Dennoch ließen wir uns nicht vom Weg abbringen und stiegen immer höher durch Felsen und Spalten. Und auch das Eindringen in die Wolken stimmte uns eher fröhlich als zu entmutigen.

Daniel und Niki "im Berg"

So erreichten wir dann am sechsten Tag der Tour den höchsten Punkt unserer Fahrt durch die Berge der Pyrenäen. Ein guter Grund hier erst mal eine kleine Freßpause einzulegen und die Atmosphäre dieses neuen Sattels auf sich wirken zu lassen.

Doch "wer rastet, der rostet". Also weiter - auf der anderen Seite des Sattels wieder hinab, vorbei an einem großen Stausee, über weite Ebenen bis zum nächsten Anstieg: Der dritte größere Sattel dieser Fahrt. Es stand nun die Frage im Raum, ob wir diesen noch heute angehen oder angesichts der heute schon vollbrachten Leistung lieber auf morgen verschieben sollten. Na ja, wir wollten es halt alle mal wieder wissen, und einen schönen geschützten Platz für unser Zelt gab's hier unten eh' nicht.

Mit Erreichen der Kuppe blies uns ein ziemlich starker Wind ins Gesicht. Vielleicht hätten wir lieber doch unten bleiben sollen? Es ging abwärts in das Tal hinein, und der Wind ließ nicht nach - im Gegenteil! Natürlich war auch weit und breit keine geschützte Stelle in Sicht, so daß wir notgedrungen die Kohte mitten in diesem tollen Windkanal aufbauen mußten. Das machte zu Beginn noch einigen Spaß, denn wer zuvor geglaubt hat, eine komplette Kohte sei ziemlich schwer und als Drachen damit ungeeignet, wurde eines Besseren belehrt...

Nachdem das Zelt mehr oder weniger stand, überlegten wir uns, wie wir die Standartkohte zusätzlich abspannen könnten, denn der Wind schien immer stärker zu werden. Zu allem Überfluß begann es noch zu regnen, was speziell die "Außenarbeiten" an unserer Hütte bei dem Wind ziemlich erschwerte. Wir brachten viele Kilo schwere Steine aus der gesamten Umgebung zu unserem Zelt, um damit dessen Ränder am Boden zu beschweren. Außerdem wurde alles Seilmaterial zusammengetragen; die Häringe zum Abspannen schnitzte Frank aus Kiefernbüschen, die nur ziemlich weit weg von unserem Platz wuchsen. Alles in allem kann man sagen, daß von dem Raum, den eine Troll-Kohte normalerweise bietet, nur noch die Hälfte bis zwei Drittel übrig blieb - je nach momentanen Windverhältnissen.

Der starke Wind bläht unsere Kohte wie einen Ballon auf

In dieser Nacht schliefen wir erst relativ spät ein, obwohl wir schon recht früh in den Schlafsäcken lagen. Andauernd ergriff wieder eine Windbö unser Zelt und riß daran herum. Es wurden bereits Pläne geschmiedet, was wir wohl tun sollten, wenn uns das Dach überm Kopf wegfliegen sollte: Wir würden ganz naß vom Regen, alle unsere Schlafsachen gleich mit, und bis zum nächsten Ort war es noch ein Weilchen. Wir waren uns schon bald einig, daß dies die wahrscheinlich schlimmste, aber auch eine der interessantesten Nächte unseres Lebens werden würde.

 

Freitag, 26. Juli 2002

Der Tag danach

Auch die schlimmste Nacht hat ihr Ende. Wenn es auch manchmal lange auf sich warten läßt. Irgendwann sind die letzten Sachen wieder getrocknet und der Weg führt uns weiter in Richtung Zivilisation. Die höchsten Gipfel unserer Fahrt liegen längst hinter uns, die vor uns liegende Etappe ist gut zu bewältigen. Der Blick auf die Karte zeigt einen großen Stausee in der Nähe, geradezu ideal zum Waschen und Baden. Leider ist das Wasser kalt, sehr kalt, um genau zu sein: zu kalt. Daher beschränkt sich das Waschen auf ein Minimum, von richtigem Baden kann keine Rede sein. In der Sonne läßt es sich hingegen richtig gut aushalten, entsprechend lange dauert es, bis wir uns gegenseitig zum Weitergehen motivieren können.

Unsere vom Wind gezeichnete Kohte am nächsten Morgen - Nein, wir haben sie nicht schief aufgebaut

Der Stausee, in Verbindung mit einer Herberge und einer Hand voll Kiosken zieht leider auch zahlreiche Touristen an. Ein ziemlich abrupter Wechsel. Da zieht man tagelang durchs Hochgebirge, trifft pro Tag vielleicht mal zwei, drei Menschen und steht ohne Vorwarnung an einem See, zu dem die Touristen scharenweise in Bussen hochgekarrt werden. Das Ganze hat aber auch einen Vorteil: wir können uns ein Eis kaufen. Doch die Touristen scheinen sich auf diesen einen Punkt zu konzentrieren; fünf Minuten weitergewandert, trifft man keinen Menschen mehr. Dafür um so mehr Kühe und Pferde, die hier mehr oder weniger legal weiden. Am Ufer eines anderen, kleineren Sees schlagen wir die Kohte auf. Dieser so idyllische Ort hat nur einen klitzekleinen Nachteil: wir können kein Holz finden. Aus diesem Grund dauert es ziemlich lange, bis wir endlich zum Kochen kommen. Doch nicht nur Pferde und Kühe scheinen sich hier wohlzufühlen, leider auch zahlreiche Mücken. Also schnell in die Kohte und Tür zu.

 

Samstag, 27. Juli 2002

Leaving Marlboro-Country

Max, Chriki™ und Niki warten auf die Rückkehr von Daniel und Fuzzy mit dem Auto

Der heutige Tag bringt ein kleines logistisches Problem mit sich. Die eigentliche Fahrt unserer Fahrt ist nun schon fast vorbei; wir begegnen immer mehr Touristen und entschließen uns zur Flucht ins Ausland. Jedoch müssen wir, oder zumindest ein Teil von uns, zurück nach Ax-Les-Thèrmes, denn da parkt immer noch unser Toyota Avensis. Doch das ist leichter gesagt als getan. Nachdem wir um die Mittagszeit in einem Skiort eintreffen, müssen wir leider feststellen, dass der öffentliche Personennahverkehr in pyrenäischen Bergdörfern noch ausbaufähig ist. Will sagen: Kein Schwein fährt da oben Bus. Schweren Herzens entscheiden sich Daniel und Frank schließlich dazu, per Anhalter zurück zu unserem Ausgangsort zu fahren. Während für Niki, ChrikiTM und Max entspannte Stunden im Schatten bevorstehen, haben die anderen zwei weniger Spaß bei ihrem Vorhaben, denn scheinbar will niemand so recht anhalten. Gegen Nachmittag sitzen wir jedoch wieder vereint im Auto und befinden uns auf dem Weg in Richtung Andorra. Dort angekommen dämmert es schon langsam und an den bebauten Hängen seitlich des Tales läßt sich auch kein Kohtenplatz finden. Doch ein Wegweiser zum Campingplatz bewahrt uns schließlich vor einer Nacht im Auto.

 

Sonntag, 28. Juli 2002

Besuch bei den Alten

Der Einstieg zu unserem mittelalterlichen Turm

Heute steht Andorra la Vella auf dem Plan. In der Hauptstadt angekommen, gehen wir in einem Kaufhaus nach fast einwöchiger Isolation im Gebirge erst einmal auf Konsumtour. Da werden für billiges Geld CDs für die Daheimgebliebenen gekauft oder es wird Ausschau nach günstigem Computerzubehör gehalten. Während letztere Suche, die sich noch über den Vormittag hinzieht, letztendlich eher erfolglos ist, sind wir mit Frank´s CDs echt froh. So haben wir nämlich auf unserer weiteren Fahrt eine echte Alternative zum Klassik-Gedudel von Radio Andorra bzw. diversen französischen Sendern. Nach dem Mittagessen in einer Pizzeria stellt sich die Frage, ob wir denn schon im eigentlichen Zentrum der Hauptstadt sind oder ob Andorra la Vella sich noch vor uns befindet. Immerhin sind wir wieder mobil, also entschließen wir uns zur Weiterfahrt. Doch Andorra scheint an Ortsschildern zu sparen, denn kurze Zeit darauf finden wir uns an der spanischen Grenze wieder. Spanien hat jedoch auf unserer Route nicht allzuviel zu bieten, so dass wir nach einer Stunde wieder in Frankreich stehen. Irgendwer findet auf der Karte einen alten Aussichtsturm, in dessen Nähe wir die Kohte aufschlagen wollen. Am Turm angekommen, stellen wir fest, dass der Eingangsbereich scheinbar seit einer Renovierung in zwei Metern Höhe liegt, eine Treppe hinauf ist nicht vorhanden. Schreit nach einer Herausforderung für den erfahrenen Alpinisten und geübten Kletterer Christian S., der sofort alles dran setzt, in den Turm zu gelangen. Und wenn wir doch dann schon mal ein Dach über'm Kopf haben, wozu sollen wir dann noch eine Kohte aufbauen? Also machen wir uns wieder auf den Weg zurück zum Auto, um unser Gepäck zu holen und richten uns schließlich im Turm ein. Der Abend wird mit gemeinsamem Singen bei Kerzenschein einfach einzigartig und unser Ziel, das Stammesliederbuch komplett durchzusingen, rückt auch ein wenig näher.

 

Montag, 29. Juli 2002

Reise-Wunschkonzert

Bummel durch die engen Gassen von Villefranche-Sur-Conflant

Um nicht allzuviel Aufsehen zu erregen und nicht allzuviele Wanderer zu erschrecken, die sich den Turm ansehen wollen, haben wir am Vorabend beschlossen, rechtzeitig aufzubrechen. Doch schon beim Aufstehen hören wir draußen Stimmen. Also heißt es abwarten, bis wieder Ruhe einkehrt. Immerhin können wir die Leute durch die Schießscharten beobachten. Leider will der passende Moment zum Ausstieg nicht kommen; die einen Wanderer gehen, die anderen kommen. Und so werden dann einige harmlose Leute Zeugen, wie aus dem Turm die ersten Schlafsäcke und Isomatten zu Boden gelassen werden. Kurz darauf klettern dann noch fünf Personen an einem Seil herab, was die Wandersleut' nicht schlecht staunen läßt. Gegen Ende der Fahrt hat schließlich jeder noch einen individuellen Wunsch frei. So besichtigen wir beispielsweise ein nahegelegenes Kloster und eine alte Grotte. Auch Villefranche-Sur-Conflant wird von uns unsicher gemacht; eine Stadt, die von Vauban geplant wurde, dem Mann, der auch unser Saarlouis baute. Gegen Nachmittag geht es weiter Richtung Meer, dem letzten Ziel der diesjährigen Stammesgrossfahrt. In Perpignan, der nächst größeren Stadt in der Region, kehren wir in ein Restaurant ein und lassen uns mit einem Drei-Gänge-Menü für 11 Euro mal richtig verwöhnen. Nach dieser Stärkung wollen wir endlich ans Wasser, doch leider führt die Strasse in beste Citylage, so dass wir nachts um zwei Uhr zwar endlich am Meer sind; an ein Schlafen mit oder ohne Kohte ist hier jedoch gar nicht zu denken. Also wieder zurück, raus aus der Stadt, vorbei an zahlreichen Feldern und ab in ein Feld, wo wir teils unter Kohtenbahnen, teils im Auto schlafen.

 

Dienstag, 30. Juli 2002

Die alten Männer und das Meer

Ein Teil unserer Sandburg mit Baumeistern

Der heutige Plan ist leicht durchschaubar: Eincremen, Sachen für's Frühstück beim Bäcker kaufen und auf dem schnellsten Weg zum Strand. Da wir natürlich nicht den ganzen Tag faul in der Sonne liegen wollen, werden wir kulturell tätig und bauen eine Sandburg. Denkt jetzt bloß nicht an eine primitive Burg, wie sie jedes Kind baut! Wir orientieren uns strikt an Vauban und sind nach fünf Stunden endlich mit unserem Werk zufrieden. Den Rest des Tages verbringen wir mit der Suche nach Schnecken, die mehr oder weniger erfolgreich verläuft. Inzwischen etwas wohlriechender, werden die letzten sauberen Klamotten angezogen; wir verlassen den Strand und kaufen letzte Vorräte für die Heimfahrt.

Am nächsten Morgen um fünf Uhr endet schließlich auch diese Fahrt, die trotz der geringen Teilnehmerzahl ein echtes Erlebnis war. Allen, die nicht mit dabei waren, können wir sagen: Ihr habt echt was verpasst.

 


 

Vielleicht ist es Dir aufgefallen: Unser Bericht hatte etwa in der Mitte einen plötzlichen Wechsel im Erzähltempus - das kommt dabei raus, wenn man mit zwei Autoren an einem Text schreibt und sich nicht ausreichend abspricht. :-)


aus "Rundschlag" Nr. 34, Januar 2003 - Artikel ist ungekürzt; nur Layout und Bebilderung sind geringfügig geändert worden.

Konvertierung in HTML: ChrikiTM, März 2003

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