"Aalles 3 Maak!"


Fahrt der "Ritter von Akkon" ins Elbsandsteingebirge

Text: Caro, ChrikiTM, Dome, Fussel

Samstag, der 11.04.1998

Prolog

04:32:12 Uhr. Fussel, Dome, Caro und ChrikiTM sitzen in Birgits Escort und karren nach Dillingen/Saar. 04:45:54 erreichen wir den Bahnhof. Wir laden unsere Rucksäcke aus und warten auf den Zug, der erst um 05:18:00 kommen soll. Leider hat er Verspätung, so daß wir erst um 05:21:01 einsteigen und in Richtung Saarbrücken fahren. Wir treffen uns dort mit Tarzan, Gnom und Nico. Unser kleines Grüppchen wartet noch bis 05:56:23, um schließlich den gerade eingetroffenen Zug zu betreten. Ab jetzt gibt es kein wirkliches Zurück mehr. "Wir fahren, wohin wir fahren." (J. Becker, Jakob der Lügner)

Helmut und die Lederhosen

Der Zug nach Frankfurt/Main Hbf. war einer der berühmt-berüchtigten Pendolinos (i.e. Neigetechnikzüge). Dort angekommen verabschiedete sich ein Bolzen an Fussels Außentragegestellrucksacktragegurtbefestigung, weshalb wir in die Innenstadt laufen mußten, um eine Schraube M8´30 zu kaufen. Im ersten "Fachgeschäft", das wir betraten, reagierte der Verkäufer auf Fussels Frage: "Haben sie eine Schraube M8´30?" nur mit riesigen Augen. Weil es erst kurz vor neun Uhr war, hatten sowieso noch die meisten Geschäfte geschlossen, also warteten wir einige Minuten und betraten dann um Punkt neun Uhr ein mehr oder weniger großes Warenhaus, um dort die Elektroabteilung aufzusuchen. Nach einiger Zeit Suchen fand Fussel eine Schraube M8´60, die er dann notgedrungen kaufte.

Schließlich ging's dann weiter nach Kassel-Wilhelmshöhe und von dort aus nach Halle. In diesem wundervollen Zug standen wir relativ verstreut und das für ca. 3 Stunden. Dort trafen wir einige interessante Leute. Zum Beispiel den lieben Irren, den wir "Helmut" tauften; dieser Mensch öffnete die Tür, die zwei Waggons voneinander trennte, und rief uns entgegen: "Ihr wißt ja, wen ihr wählt... den alten... klar!?" Was wir meinten, was er meinte, könnt Ihr seinem Namen entnehmen... Eine andere Persönlichkeit war ein Ossi, der in perfektem Sächsisch uns ein Gespräch über die Fußballbundesliga hielt. Seine Meinung: "Die Lauterer werden den Bayern heut‘ die Lederhosen äusziehn."

Als die anstrengende Fahrt nach Halle dann endlich hinter uns lag, ging’s weiter nach Leipzig, von dort nach Dresden und schließlich mit einer Art S-Bahn nach Bad Schandau. Dort hatten wir ewig Aufenthalt, weshalb wir die City aufzusuchen versuchten, um Abend zu essen. Aber irgendwie war das Kaff so riesig, daß unser Aufenthalt doch nicht ganz ausreichte. Schließlich stiegen wir in den Eurocity "Goethe" nach Děčin. Dieses Komfortding hatte sogar 220V Steckdosen; trotzdem mußten wir uns keine Tickets kaufen, weil die Schaffner nicht kapierten, daß wir welche wollten. Also fuhren wir (gezwungenermaßen) schwarz.

In Děčin wollten wir in einen Zug nach Česka Kameniče steigen, doch wir erfuhren, daß um diese Zeit nie ein Zug dorthin fahre. Wir beschlossen uns einfach irgendwo hinzulegen. Von Hundegebell begleitet, zogen wir mitten in der Nacht einen Pfad in Richtung eines Waldes. Wir richteten unser Nachtlager (indem wir uns mit Kohtenplanen bedeckten) und begannen Heia zu machen.

Sonntag, der 12.04.1998

"Burning Gnome"

Der Ostersonntag begann natürlich mit Ostereiersuchen, nach dem Motto: Fussel versteckt ein Osterei, löscht sein Gedächtnis, sucht, findet und freut sich! Aber diese Idylle währte nicht ewig, denn wir spazierten zurück zum Bahnhof. Dort amüsierten wir uns über die lustigen Preise. Wir spielten schon mit dem Gedanken, uns ein Haus für 800DM zu kaufen, doch dann erinnerten wir uns wieder an das, was wir eigentlich vorhatten, wir wollten auf Fahrt gehen und nicht die Tschechei aufkaufen. So begaben wir uns zum Fahrkartenschalter, um unsere Tickets nach Česka Kameniče zu sichern. Doch schon wieder verblüfften uns die extremen Preise: sage und schreibe insgesamt 5(!)DM für uns alle (sieben Personen) bei ca. ľ Stunde Fahrtzeit. Weil wir um die Mittagsstunden dort ankamen fiel uns selbstverständlich sofort ein Restaurant ins Auge. Und schon saßen wir dort, tranken Cola und warteten auf unser "lecker" Mittagessen. So lecker war es zwar nicht, aber billig, wie fast alles hier. Fazit: Mittagessen für sieben Leutchen mit Gesöff für knapp 25DM.

Weiter ging's. Wir wollten endlich Felsen sehen. So ging’s dann immer Richtung Zentralelbsandsteingebirge. Am Abend, gerade als es zu regnen begann, fanden wir eine hübsche Scheune mit integrierter Futterkrippe mitten im Wald. Wir freuten uns riesig und machten es uns bequem. Der Hunger übermannte bzw. überfraute uns, was uns dazu veranlaßte, Suppe zu köcheln. Gnoms Experimente mit dem Trangia-Ei führten zu einer spontanen Selbstentzündung. Merkwürdig: wir lagen schon um 20.00Uhr(!) in den Schlafsäcken und nach einer interessanten Talk-Runde schliefen wir auch bald ein.

Montag, der 13.04.1998

Ein stinknormaler Fahrtentag

Heute war Wandern angesagt, ganz normal eben. Uns waren wunderwunderschöne Landschaftsbilder vergönnt: riesige Felsen, tiefe Täler, enge Schluchten und sich windende Bäche. Zwischendurch rasteten wir in Na Tokani, einem Ort, der aus einem Haus bestand. Dort aßen wir mit 7 Personen für 10, tranken doppelt so viel wie in Česka Kameniče und bezahlten 960DM, äääh Kronen, das sind ungefähr 48(!)DM. Nachdem wir gesättigt waren, marschierten wir los und kamen zu einem, schönen Fleckchen mit einer tollen Aussicht. Dort auf den steinernen Klippen erstellten wir die "Akkon Horror Picture Show" (ohne Kommentar).

Abends, genau im richtigen Augenblick, entdeckten wir ein schönes Lagerplätzchen. Die Kohte wurde aufgestellt und Essen gekocht. Einige von uns entdeckten einen Megafelsen, den wir auf ca. 53,45m schätzten, wobei unsere Schätzungen um etwa 46cm voneinander variierten. Egal. Jedenfalls konnte man von da oben runter prima echoen.

Beim Abbau unserer Kohte am Grenzbach

Heute abend war nicht mehr so viel los; einige wuschen sich noch in dem angrenzenden Bach mit lautem Geschrei. Gott sei Dank stand unsere Kohte so ziemlich genau auf der Grenze (die Grenzsteine wurden kurzfristig zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert), so daß wir bei Gefahr durch wütende Wanderer (die das Geschrei hätte stören können) hätten schnell in die eine oder andere Richtung ausweichen können und so sicher gewesen wären (außer Interpol hätte sich eingeschaltet...). Schließlich ging’s dann irgendwann in die Penntüten.

Dienstag, der 14.04.1998

RvA met Lara Croft

Frühstück auf dem Riesenfelsen; im Hintergrund der sich in der Tiefe windende Grenzfluß

Gääähhn! Wir standen wieder mal viel zu früh auf. Der Echofelsen von gestern diente uns heute als Frühstücksplateau in luftiger Höhe. Nachdem wir dort in ca. zehn Minuten hochgeklettert waren (mitsamt unserem Frühstücksmaterial) begann das Spektakel: Extrem-Frühstücking! Im Anschluß an dieses katapultierten wir Stöcke und Steine in die Tiefe, um zu sehen, ob wir den hübsch meandrierenden Bach unten treffen würden. Doch auch dieser Spaß war bald zu Ende und wir marschierten zurück nach unten zur Kohte. Wieder ein wenig Waschi-waschi und dann unsere allseits beliebte, ultimative, geniale, famose, extraordinäre, elefantöse DEO-PARADE [englisch auszusprechen!]. Dann: Kohte abbauen, weitergehen.

Frühstück auf dem Riesenfelsen 2

Der Weg ins nächste Kaff zog sich ziemlich. Es ging hundertmal berghoch und das gleiche selbstverständlich wieder runter. Eine gute Gelegenheit, sein Messer zu verlieren und nicht mehr zu finden (gell Gnom!). Doch irgendwann so kurz nach halb zwei erreichten wir Mežni Louka. Hier fanden wir ein – für tschechische Verhältnisse – komfortables Hotel, wo wir zu Mittag aßen. Es brennt Euch sicher schon unter den Fingernägeln: was hat der ganze Müll mit Lara Croft zu tun?! Ganz einfach: in diesem Hotel lief gerade ein Fernseher mit dem (zu diesen Tagen) neuen Hit-Clip der Ärzte: "Männer sind Schweine". Und wie Ihr vielleicht wißt, hat Lara Croft dort eine Rolle inne. Warum hat sie uns dann getroffen? Ganz einfach: sie hat irgendwann mal in die Kamera gelächelt... bestimmt extra für uns! Ähem...

Kleine Rast vor dem Aufstieg; hier hatte Gnom sein Messer noch...

Auch hier belächelten wir wieder die Preise und machten uns gleich nach der Mahlzeit wider auf den Weg. Kurze Zeit später erreichten wir Mežna. Wir machten uns daran eine Pension zu suchen, weil wir das dringende Bedürfnis nach einer Ganzkörperwäsche hatten; sprich: wir wollten duschen. Also zogen wir in die Pension Josefa ein. Jeder duschte und dann gingen wir zum Abendessen über. Bis Mitternacht spielten wir noch Karten und machten Terror. Ein Glück, daß uns (hoffentlich!) niemand gehört hat.

Mittwoch, der 15.04.1998

Schmugglerpfade

Nach einer komfortablen Nacht in unserer Unterkunft ging’s zuerst zu einem Frühstück, wie wir noch keines gesehen hatten: zuerst zwei heiße Würstchen mit Senf, dann ein wenig trockenes Brot mit ein bißchen marmeladeähnlichem Gelee, komischer Kaffee, hartgekochte Ostereier und je ein Apfel. Lecker...

Nix wie weg von diesem Ort! Jetzt wollten wir uns mal wieder mit ein paar Lebensmitteln eindecken. Das Problem: es war kurz nach zehn und der einzige Laden weit und breit hatte erst ab vierzehn Uhr offen. Geil. Wir setzten uns in die Sonne und versuchten zu warten. Nach zehn Minuten war es einigen zu doof; sie suchten einen Wald auf und machten eine Tannenzapfenschlacht. Doch auch diese vier Stunden waren irgendwann vorbei und der Kiosk wurde gestürmt. Anfangs hatten wir zwar ziemlich den Haß, weil es schon zehn nach zwei war und immer noch kein Anzeichen existierte, daß der Laden irgendwann mal öffnete, doch dann kam doch eine Frau. Als wir wieder gegangen waren, war nix mehr in dem Popellädchen. So haben wir die Bevölkerung von Mežna wahrscheinlich vor einer großen Durchfallepidemie bewahrt. Dazu später mehr.

Nun, wieder auf dem Weg, näherten wir uns mit jedem Schritt der deutschen Grenze. Das wußten wir bloß noch nicht. Der Wanderweg wurde immer schmäler, steiler und felsiger, so daß sich bei uns der Gedanke breitmachte, daß dies eigentlich kein Weg mehr sein konnte, sondern eben ein Schmugglerpfad. Kurzfristig wurde eine Pause eingelegt und Tarzan und Dome machten sich zu zweit auf, den weiteren Weg zu finden. Währenddessen versuchten sich der Fussel und der Nico beim Staudammbauen, indem sie einen kleinen Bach umleiteten und dabei Baumstämme verschoben und Steine umwälzten.

Aneinandergeknotet ging es über Schmugglerpfade zurück nach Deutschland

Mittlerweile waren Dome und Tarzan wieder zurück und schlugen vor, daß wir uns anseilen sollten... Schnapsidee, wie sich dann herausstellte, als wir den Berg hoch kraxelten. So entfernten wir die Seile nach ein paar Höhenmetern wieder.

Der Weg wurde wieder flacher und es ging angenehm durch ein wohltemperiertes Wäldchen in Richtung Grenze. Gegen halb fünf erreichten wir diese schließlich und waren einerseits froh, wieder bekannten Boden unter den Füßen zu haben, andererseits aber leicht deprimiert, jetzt wieder viel für Essen etc. bezahlen zu müssen. Die genial aussehende Landschaft bzw. die coolen Felsen wurden von uns in einen Abenteuerspielplatz umgewandelt.

Dann ging es auch schon wieder weiter Richtung Zeughaus.

Eine kleine Kostprobe für unser Modeltalent

Auf unserem Weg kamen wir an einem riesigen Aussichtspunkt vorbei, den wir als Hintergrund für eine Fotosession nutzten.

Als es langsam zu dämmern begann, wollten wir dann aber doch weiter und rissen unsere Blicke von der Landschaft. Es ging noch ca. ein 3/4 Stunde einen sehr steilen Weg hinunter und wir erreichten Zeughaus. Leider machte uns eine große Infotafel darauf aufmerksam, daß wir uns in einem Nationalpark befanden und deshalb so gut wie gar nix machen konnten; das heißt auch nicht Zelten.

In dem Kaff gab es nur zwei oder drei Häuser und in keinem schien Licht zu brennen. Trotzdem versuchten wir unser Glück und am zweiten Haus öffnete uns eine Frau, die wir anscheinend sehr mit unseren leicht schmutzigen Kleidern beeindruckten, denn sie bot uns eine Art Bergsteigerhütte für 5DM pro Nase an und schenkte uns sogar tonnenweise Duschmarken. Sie hatte fast schon ein schlechtes Gewissen, daß sie uns "armen Jugendlichen" (Zitat) so viel Geld abknöpfte. Wir hatten auch ein schlechtes Gewissen, weil... na, ja ihr wißt schon, oder?

Wir bekamen einen ganzen Raum für uns allein, der eigentlich für 25 Personen gedacht war, und richteten uns dort ein. Anschließend gingen wir in die Küche, um uns Chili-Con-Carne à la Gnom und Champignoncremesuppe zu bereiten. Was nach dem Essen und Spülen noch in der Nacht abging ist eine andere Geschichte, die wir uns lieber für den nächsten Tag aufheben wollen. Wir legten uns also zu Bett und ahnten noch nicht wirklich etwas von der nahenden Katastrophe.

Donnerstag, der 16.04.1998

Dr. Jörg im Einsatz...

Die anfangs ruhige Nacht wurde jäh durch mehr oder weniger lautes Geplätscher unterbrochen. Terror schon in den frühen Morgenstunden. Man könnte sich ja sagen, "Morgenstund‘ hat Gold im Mund", aber wenn man als junger Wanderer so um seinen wohlverdienten Schlaf gebracht wird, dann möchte man sich nicht mehr an solche Sprichwörter erinnern. Die Ursache dieser Geräusche sind eindeutig: Dome, Nico und Tarzan hatten über Nacht Durchfall bekommen. Der Rest der Truppe war noch wohlauf und ging erst mal in den Aufenthaltsraum der Hütte frühstücken. Anschließend packten wir unsere Sachen und nachdem wir mehr oder weniger freundlich aus der Hütte gebeten worden sind, wollten wir in Richtung Bad Schandau tingeln. Wir fanden jedoch direkt nach ca. 15,7m (wir haben’s nachgemessen) noch ein kleines Souvenirständchen in dem wir uns mit Postkarten halbwegs eindeckten. Nach ein paar Minütchen gingen wir dann weiter unserem angestrebtem Ziel entgegen. Von Durchfall geplagt und Übelkeit gejagt gingen wir dann weiter zu einer Mühle. Dort machten wir draußen eine kleine Sitzpause und schrieben unsere Postkarten. Voller Elan schnallten wir unsere Rucksäcke auf den Buckel und gingen ganze 6 m bis wir dann in einer kleinen Wirtschaft wieder eine Erholungspause einlegen mußten. Dort aßen wir zu Mittag und besetzten für diese Zeit in der wir uns noch dort aufhielten die Toiletten. Der freundliche Wirt erzählte uns dann noch etwas über Pofen und deren Verbreitung; da wir aber anfangs nicht wußten, was dieses Wort bedeutete, nickten wir einfach mit den Köpfen und sagten zu allem "ja". Nachdem er uns dann aber in einem uns nicht ganz verständlichem Deutsch erklärte, daß Pofen große überhängende Felsvorsprünge seien, in denen früher öfter Wanderer und Penner ihre Notunterkünfte bauten, entschlossen wir uns, eine solche aufzusuchen. Wir beklagten uns dann wahrscheinlich doch zu laut, daß uns schlecht war, jedenfalls bekam der Gastwirt dies mit und fragte uns mit einem wahrscheinlich schlechten Gewissen, ob uns denn von seinem Essen schlecht sei. Wir konnten ihn doch relativ schnell beruhigen, daß es nicht von seinen ach so leckeren Königsberger Klopsen oder Eierpfannkuchen kam. Unser Weg führte uns dann in Richtung "Großer Kuhstall". Mittlerweile wurde sogar den härtesten von uns ziemlich schlecht (gell ChrikiTM). D.h. zu diesem Zeitpunkt ging es etwa 57,1 % der Ritter von Akkon nicht so ganz wie es sein sollte. Am "Großen Kuhstall" blieben wir etwas länger und begutachteten die "Sehenswürdigkeit". Schließlich wanderten wir zum "Lichtenhainer Wasserfall", der aber heute leider abgeschaltet(!) war. Nun mußten wir uns langsam Gedanken um einen Schlafplatz machen. Wir gingen einen normalen Wanderweg entlang und hielten die Augen offen. Durch welchen Zufall auch immer fanden wir eine Pofe im Waldhang! Diese wurde prompt bezogen und schon bald schliefen die meisten tief und fest, vor allem, weil sich so der Dünnpfiff besser aushalten ließ.

Freitag, der 17.04.1998

Bahnhof Bad Schandau

Die Nacht in der Pofe war recht angenehm. Es ging auch allen wieder soweit besser, außer Fussel hatte in der Nacht auch Probleme bekommen. Weil wir wußten, daß wir gut in der Zeit lagen, machten wir laufend Pausen und erreichten irgendwann eine kleine Gaststube. Weil es Mittagszeit war, beschlossen wir hier etwas zu uns zu nehmen, doch uns wurde (ohne zu übertreiben!) vor der Nase die Tür zugesperrt. Wir stellten schon die verschiedensten Theorien auf, warum der Wirt wohl so reagieren sollte, doch nach einigen Minuten erschien dieser am Fenster und fragte uns, ob wir etwas essen wollten. Nach unserem Bejahen schloß er wieder auf und wir gaben unsere Bestellungen auf. Nach dem Mahl erzählte uns der Wirt dann, er habe gerade einkaufen gehen wollen und habe deshalb zugesperrt... na, ja...

Nach dem Essen waren es dann nur noch einige Kilometer bis Bad Schandau, die wir schnell hinter uns gebracht hatten. In Bad Schandau richteten wir uns auf dem Bahnhof ein, weil unser Zug erst am nächsten Morgen um kurz nach sechs Uhr abfahren sollte. Die Nacht war total kalt doch (oh Wunder!) keiner ist erfroren. Um uns aufzuwärmen liefen wir ein wenig herum, besuchten eine etwa 1km entfernte Tankstelle mit 24h-Service, wo wir uns Pizza kauften oder zitterten einfach wie die Weltmeister. Natürlich geschah in der Nacht noch viel mehr, als das, doch wir möchten einmal absehen davon.

Erwähnenswert ist vielleicht noch ein lustiger Zeitgenosse, der total irr in der Bahnhofshalle herumwuselte, Walkman hörte und allerlei Kacke laberte.

Samstag, der 18.04.1998

Und wieder heim!

Wir betraten schließlich den Zug um kurz nach sechs Richtung Dresden, wo wir umstiegen. Irgendwie kamen wir dann nach mehrmaligem Umsteigen über Trier nach Dillingen zurück, wo uns unsere Abholer erwarteten.

FAZIT: Megageile Fahrt! Kann nur weiter empfohlen werden.


aus "Rundschlag" Nr. 22, Frühjahr 1998 - Artikel ist ungekürzt; nur Layout und Bebilderung sind geändert worden.

Konvertierung in HTML: ChrikiTM, Februar 2000

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