Bericht über Planung und Bau des Fahnenmastes auf dem Stammeslagerplatz

Grund für den Bau eines neuen Fahnenmastes war, dass der alte Mast nicht mehr stabil genug gewesen und deshalb umgefallen war.

Wir, die Ritter von Akkon, bekamen nun den Auftrag einen neuen Fahnenmast zu entwerfen und zu bauen.

Das war aus mehreren Gründen kein leichtes Unterfangen, denn einerseits sollte der neue Fahnenmast nicht einfach nur ein großes Stöckchen sein das man in den Boden rammt, sondern er sollte schon ansehnlich und imposant sein; andererseits sollte er aber auch stabil sein, so dass er Wind und Wetter trotzen kann.

Also fingen wir nun an, verschiedene Ideen zu entwickeln und es dauerte auch nicht lange, bis wir die unserer Meinung nach am besten geeignete Form (seine jetzige) gefunden hatten.

Diese mußte nun zu Papier gebracht werden, was ChrikiTM auch (in langweiligen Ethikstunden) für uns tat.

Da wir aber auch die Brauchbarkeit des Plans testen wollten, bauten wir uns nach den Zeichnungen zwei Modelle.

Eins zum veranschaulichen des fertigen Fahnenmastes (kann jederzeit im Stammesheim bestaunt werden) und ein zweites um uns über den Weg klar zu werden wie der Mast nachher aufgestellt werden sollte.

Nun mussten wir uns Gedanken um die verschiedenen Materialien machen, welche wir zum Bau eines solchen Fahnenmastes benötigten.

Da waren einerseits die ungeheuer großen Holzstämme, andererseits aber auch eine Menge von Materialien die wir außerdem noch benötigten. Die Stämme mussten organisiert werden und die anderen Sachen mussten wir uns noch kaufen gehen.

Als wir dann Vorbereitungsmaßnahmen getroffen hatten, konnte es endlich losgehen und wir legten den Termin fürs erste Arbeitswochenende fest.

An diesem besagten Wochenende mußten wir uns erst einmal die Stämme besorgen. Dazu hatten wir einen Jäger um Hilfe gebeten. Dieser half uns entsprechende Bäume auszusuchen, sie zu fällen und unter wahnsinnigem Kraftaufwand zu seinem Traktor zu schleppen, der sie dann zum Lagerplatz beförderte.

Am nächsten Tag schälten wir dann die Stämme.

Über einer quadratischen Feuergrube ließen wir die Stammenden, die später in den Boden sollten, ankokeln, so daß sie nicht mehr so anfällig für Ungeziefer und Feuchtigkeit sind.

Mit Hilfe einer gar nicht so einfachen Technik brannten wir noch unser Kürzel (RvA) in den Stamm. Im Nachhinein fanden dies einige Stammesmitglieder zwar anmaßend, was ich allerdings überhaupt nicht so empfinde, da jeder Künstler sein Werk unterschreibt oder sonstwie kenntlich macht, dass er dafür verantwortlich ist.

Das nächste Arbeitswochenende fand schon eine Woche später statt. Dieses Wochenende gruben wir unter anderem die Löcher, welche wir zusätzlich benötigten.

Dann fing die eigentliche Hauptarbeit an.

Wir mussten die Holzstämme so anordnen wie es richtig für den Aufbau war, mussten dann deckungsgleiche Löcher in die verschiedenen Stämme bohren (mit Hilfe eines alten aber sehr nützlichen Handbohrers) und das alles bis auf wenige Zentimeter genau, da wir die Stämme ja schon vorher zurecht geschnitten hatten. Wären unsere Berechnungen falsch gewesen, hätte es passieren können, dass der gesamte Fahnenmast schief oder - noch viel schlimmer - instabil geworden wäre.

Allerdings war ja jeder Schritt genau durchdacht und wir arbeiteten sehr konzentriert, so dass nichts schief ging.

Als sämtliche Löcher gebohrt waren, ordneten wir die Stämme erneut und verbanden sie mit Hilfe von Gewindestangen.

Nun war eigentlich alles soweit fertig, dass wir mit dem Aufbau beginnen konnten, was wir uns für das nächste Wochenende vornahmen, da dann noch andere Pfadfinder auf dem Platz beschäftigt waren. Diese konnten uns dann helfen den Fahnenmast aufzurichten, da die Stämme zusammengenommen doch ein ganz beachtliches Gewicht auf die Waage bringen.

Am nächsten Samstag ging es dann los.

Wir bauten uns Stützbalken, Seilzüge und banden lange Seile an die Enden des Fahnenmastes.

Nun hieß es ranklotzen, ziehen, drücken, schreien und fluchen, denn der Mast war wirklich ungeheuer schwer und wir konnten ihn ja nicht mit einem Male hochziehen, da er noch in der Luft schwebend "entfaltet" werden musste. Dafür benutzten wir die Stützbalken und normale Kohtenstangen, während die Seile den Mast sicherten.

Man darf sich das ganze jetzt nicht als eine Sache von einer halben Stunde denken, denn das war es ganz sicher nicht! Es dauerte ca. 5 Stunden (!) den Fahnenmast aufzurichten, einzugraben und endgültig zusammenzuschrauben.

Als der Mast dann stand und die freiwilligen Helfer endlich nach Hause durften, hieß es für uns noch lange nicht Feierabend, denn wir mussten den Mast weiter mit Sand zuschütten und außerdem waren da noch immer die Seile, die in 9 m Höhe hingen und nur darauf warteten, von uns abgemacht zu werden.

Wir besorgten uns also von Theo eine Riesenleiter, schleppten sie vom Dorf bis zum Lagerplatz (10 % Steigung und ca. 3 km Fußmarsch) stellten sie an und knobelten darum, wer der Dumme sein sollte, der da hochklettert und in 9 m Höhe mit einer Hand das Seil löst (während die andere sich an der Leiter festhält) - und das Ganze bei relativ starkem Wind. Als wir aber auch diese Hürde überwunden hatten, war es endlich geschafft: Der neue Fahnenmast stand.

Der fertige, über 12 m hohe Fahnenmast beim Stammespfingstlager "Natur ist Zukunft" 2000

Man kann sich nur schwer vorstellen, was wir empfanden als wir abends bei Sonnenuntergang beim Schwenken und mit einem kühlen Bierchen in der Hand zu unserem Fahnenmast herübersahen, wie er dort stand, die größte Rune (Insider ;-)), die man sich vorstellen kann.

Geplant, entworfen und gebaut wurde der Fahnenmast von den Rittern von Akkon

Danken möchten wir:

  • Theo (ohne den wir weder Holz noch Leiter bekommen hätten)
  • dem freundlichen Jäger
  • allen Helfern beim Aufstellen
  • unseren drei Gastarbeitern Bärbel, Jessy und Sabrina
  • und allen, die uns noch geholfen haben und die hier nicht genannt wurden

Text: Tarzan, Januar / Februar 2001

Konvertierung in HTML und Überarbeitung: ChrikiTM, Februar 2001

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